Brennnesselfaser (Nettle) — Detail
Auch bekannt als: Nesseltuch, Fasernessel, Urtica dioica
Bastfaser aus dem Stängel der Großen Brennnessel — historisch als Nesseltuch, heute Nischen-Ökofaser mit leinenartigem Charakter.
Beschreibung
Die echte Brennnesselfaser wird aus dem Stängel der Großen Brennnessel (Urtica dioica) gewonnen und ist — anders als Ramie (Boehmeria nivea, ebenfalls Nesselgewächs, aber tropisch) — an mitteleuropäische Klimazonen angepasst. Der Rohfaser-Anteil im Stängel liegt bei rund 5–15 %, gewonnen durch Röstung/Rotten (Retting), Brechen, Hecheln und Kämmen — vergleichbar mit der Verarbeitung von Flachs zu Leinen.
Im Ersten Weltkrieg wurden aus Fasernessel-Kultivaren in Deutschland und Österreich Uniformstoffe („Nesseltuch") gefertigt, weil Baumwolle knapp war. Nach 1918 verschwand die Faser weitgehend, erlebt seit den 2000er-Jahren aber ein Comeback in nachhaltiger Bekleidung — meist in Mischungen mit Baumwolle oder Wolle. Die Faser ist stabil, atmungsaktiv, hat einen kühlen Griff und einen leichten Naturglanz.
- Anbau ohne Pestizide möglich, Brennnessel wächst auch auf mageren Böden
- Faserlänge 3–7 cm, Faserfeinheit gröber als Baumwolle, ähnlich Leinen
- Traditionelle Kultivare wie „Fasernessel 13" wurden im 20. Jh. züchterisch bearbeitet
- Kein Zusammenhang mit „Nettle-Print" oder Ramie — botanisch andere Pflanze
Eigenschaften
| Faserart | Bastfaser (Cellulose) |
|---|---|
| Botanik | Urtica dioica (Große Brennnessel) |
| Anbaugebiete | Deutschland, Österreich, Italien, Ungarn |
| Anwendung | Öko-Bekleidung, Interior, historische Uniformen |
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Quellen & Referenzen
2- Wikipedia: Urtica dioica Wikipedia — Freie Enzyklopädie https://en.wikipedia.org/wiki/Urtica_dioica
- FNR: Nachwachsende Rohstoffe — Nessel pflanzen.fnr.de https://pflanzen.fnr.de/industriepflanzen/faserpflanzen/nessel