Radzimir
Auch bekannt als: Radzimirseide, Radzmir, Priesterseide
Schwerer, meist tiefschwarzer Seiden-Rippstoff mit matter Oberfläche — klassisch für Trauer- und Ornatgewänder.
Beschreibung
Radzimir (auch Radzmir oder Radzimirseide) ist ein dicht gewebter, ripsartiger Seidenstoff, der historisch im 19. und frühen 20. Jahrhundert vor allem als Trauer- und Ornatstoff genutzt wurde. Er ist meist tiefschwarz gefärbt, hat einen matten, kaum glänzenden Griff und fällt dank hoher Grammatur schwer.
Konstruktiv liegt Radzimir zwischen Faille und Gros de Tours: fein gedrehte Kette, gefachter Schuss und eine ganz leichte Querripp-Struktur, die im Streiflicht sichtbar wird. Der Stoff wurde ab etwa 1830 in Lyon und Krefeld industriell hergestellt und war jahrzehntelang der Standard für schwarze Damenkleider im tiefen Trauerjahr sowie für Priestertalare und Chorröcke.
- Heute nur noch in kleiner Serie und in liturgischen Handwerksbetrieben verfügbar
- Reine Maulbeerseide, teils auch mit Wolle als Rückenkette
- Sehr formstabil, reagiert empfindlich auf Nässefalten und Feuchtigkeit
- Reinigung ausschließlich chemisch, keine Wäsche
Eigenschaften
| Material | Maulbeerseide (rein oder mit Wolle) |
|---|---|
| Bindung | Ripsartig, zwischen Faille und Gros de Tours |
| Anwendung | Trauerkleidung, Talare, Chorröcke, Zeremonialgewänder |
| Pflege | Nur chemische Reinigung, trocken lagern |
Passende Produktkategorien
Quellen & Referenzen
2- Verband Deutscher Modeschmuck-, Silberwaren- und Uhrenindustrie: Historische Textilien textil-mode.de https://www.textil-mode.de/
- Deutsches Textilmuseum Krefeld krefeld.de https://www.krefeld.de/textilmuseum/