Ratine
Auch bekannt als: Ratteen, Ratteenstoff, Boucle-Wollstoff
Dicker, gerauhter Wollstoff mit noppig-locken- oder Boucle-artiger Oberfläche - klassischer Mantel- und Jackenstoff.
Beschreibung
Ratine (auch Ratteen, engl. rateen) ist ein schwerer Wollstoff mit stark aufgerauhter, meist gelocktem oder gekräuseltem Flor. Historisch in Frankreich, Italien und den Niederlanden produziert, wurde er im 18. und 19. Jahrhundert vor allem für Mantel- und Uniformstoffe verwendet. Der noppige Look entsteht durch eine spezielle Nachbehandlung: das Gewebe wird nach dem Walken durch eine Ratineur-Maschine geführt, die den Flor mit zwei gegenläufig bewegten Bretttafeln zu kleinen, dicht anliegenden Locken verdreht.
Die Grundbindung ist meist ein einfacher Köper oder eine Panama-Bindung mit lockerem Schuss. Verwendet werden mittelfeine Wollqualitäten (Cheviot, Streichgarnwolle 25-30 Micron), mit Flächengewichten von 400 bis 700 g/qm. Die Optik ist eng verwandt mit Boucle-Stoffen, entsteht bei Ratine aber nicht durch effektfädige Garne, sondern durch die mechanische Ratinier-Behandlung des fertigen Tuchs.
Typische Einsatzfelder sind schwere Wintermäntel, klassische Chanel-inspirierte Kostümjacken, Cape-Modelle und opulente Modestoffe. Der Griff ist warm, weich und leicht federnd. Weil das Verfahren aufwendig und langsam ist, gilt Ratine als hochwertiger Nischenstoff und wird heute vor allem in italienischen und belgischen Woll-Webereien (Zegna, Loro Piana, Scabal) für die Mode-Oberklasse produziert. Verwechslungsgefahr besteht mit Loden - Loden ist dagegen glatter, filziger und ohne Locken.
Eigenschaften
| Fasertyp | Streichgarnwolle, 25-30 Micron |
|---|---|
| Flächengewicht | 400-700 g/qm |
| Veredelung | Ratinier-Maschine (Locken-Nachbehandlung) |
| Einsatz | Wintermäntel, Kostumjacken, Capes |
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Quellen & Referenzen
2- Wikipedia: Ratine Wikipedia — Freie Enzyklopädie https://en.wikipedia.org/wiki/Ratine
- Wikipedia: Bouclé Wikipedia — Freie Enzyklopädie https://en.wikipedia.org/wiki/Bouclé