Brushed / Gerauht
Auch bekannt als: Aufgerauht, Angerauht
Veredelungsprozess, bei dem Faserenden aus dem Gewebe oder Gestrick herausgezogen werden — Basis für weichen Flor.
Beschreibung
„Brushed“ bzw. „gerauht“ bezeichnet einen Ausrüstungsschritt, bei dem die Ware über rotierende Kratzenwalzen (Wire Cards) geführt wird. Die feinen Nadel- oder Häkchendrähte greifen einzelne Faserenden aus dem Fadenverbund, ziehen sie heraus und richten sie zu einem gleichmäßigen Flor auf. Die Rauhung erfolgt in mehreren Passagen mit unterschiedlicher Nadelanstellung und Geschwindigkeit.
Nach dem Rauhen wird die Ware meist geschert (Flor auf definierte Höhe geschnitten, 0,5-3 mm), poliert und ggf. antipilling-behandelt. Rauhbare Materialien sind alle Kurzstapelfasern (Baumwolle, gekämmte Wolle, Modal) sowie gekräuselte Chemiefasern (Polyester, Polyacryl). Filament-Polyester lässt sich nur schwer rauhen und braucht Sekundärkräuselung.
Anwendung: Fleece (beidseitig gerauhter Polyester-Rundstrick), Molton (gerauhter Baumwoll-Webstoff), Winter-Sweat (innen gerauhter Loopback), Flanell (gerauhter Wollköper). Vorteile: höhere Isolation, weicherer Griff, blickdichte Optik. Nachteile: höhere Pillingneigung, mehr Faserabgabe, dickere Ware. Pflege muss auf gerauhten Charakter Rücksicht nehmen — 30-40 °C, ohne Weichspüler.
Eigenschaften
| Prozess | Aufrauhen mit Kratzenwalzen |
|---|---|
| Florhöhe (typ.) | 0,5-3 mm |
| Griff | Weich, wärmer, voluminös |
| Anwendung | Fleece, Molton, Winter-Sweat |
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Quellen & Referenzen
2- Wikipedia: Napping (textile) Wikipedia — Freie Enzyklopädie https://en.wikipedia.org/wiki/Napping_(textile)
- Textile Exchange Textile Exchange https://textileexchange.org/