Naturfärberei
Auch bekannt als: Pflanzenfärbung, Naturfarbstoff-Färbung, Vegetable Dyeing
Färbeverfahren mit Farbstoffen aus Pflanzen, Tieren oder Mineralien — historisch dominant, heute Nische für Öko-Fashion und traditionelles Handwerk.
Beschreibung
Naturfärberei nutzt Farbstoffe biologischen oder mineralischen Ursprungs und war bis zur Erfindung der synthetischen Anilinfarbstoffe (Mauvein, 1856) das einzige Färbeverfahren. In China wird sie seit über 5000 Jahren betrieben. Die wichtigsten Farbquellen sind: Krapp (Alizarin, rot) aus der Krappwurzel, Cochenille (Karminrot) aus Schildläusen, Indigo aus Indigofera und Isatis (Waid), Kurkuma (Curcumin, gelb), Reseda (Weld, Gelb) und Purpur aus Purpurschnecken — historisch so teuer, dass eine Schnecke nur einen Tropfen lieferte.
Die meisten Naturfarbstoffe binden nicht direkt an die Faser und benötigen eine Beize, oft ein Metallsalz (Alaun, Eisensulfat, Kupfersulfat) — der Beizprozess bildet einen Metallkomplex zwischen Faser und Farbstoff. Alaun ergibt reinere, hellere Töne, Eisen dumpft Farben ab und macht sie graustichig ("saddening").
Naturfärberei erlebt seit ca. 2010 eine Renaissance in der Slow-Fashion-Bewegung. Marken wie Botanical Colors, Lanaria oder Zurgena Natural Dyes bieten regional gefärbte Ware an. Charakteristisch: sanfte, gedeckte Farbtöne mit hoher Tiefe, leichte Batch-Variation (nicht als Fehler betrachtet), meist etwas geringere Wasch- und Lichtechtheit als bei synthetischen Farbstoffen.
Eigenschaften
| Herkunft | Krapp, Cochenille, Indigo, Kurkuma, Reseda |
|---|---|
| Chemie | Meist mit Metallbeize (Alaun, Eisen) |
| Optik | Sanfte, gedeckte, tiefe Farbtöne |
| Echtheit | Wasch- und Lichtechtheit meist geringer |
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Quellen & Referenzen
2- Wikipedia: Naturfarbstoffe Wikipedia — Freie Enzyklopädie https://de.wikipedia.org/wiki/Pflanzenfarbstoff
- Wikipedia: Natural dye Wikipedia — Freie Enzyklopädie https://en.wikipedia.org/wiki/Natural_dye