Naturfarbstoffe (Textilfärbung)
Auch bekannt als: Pflanzenfarben, Naturfärbung, Krapp, Reseda, Cochenille, Färberwaid
Farbstoffe aus Pflanzen und Insekten — Indigo, Krapp, Cochenille, Reseda, Färberwaid — dominierten die Textilfärbung bis zur Erfindung synthetischer Farbstoffe im 19. Jahrhundert.
Beschreibung
Vor der industriellen Synthese der Anilinfarbstoffe (ab 1856 mit W. H. Perkins Mauvein) wurden Textilien fast ausschließlich mit Naturfarbstoffen aus Pflanzen, Insekten und wenigen Mineralien gefärbt. Zu den wichtigsten Klassikern zählen Indigo (aus Indigofera tinctoria, tiefes Blau; in Europa auch aus Färberwaid, Isatis tinctoria), Krapp (Rubia tinctorum, Türkischrot; bis 1869 wichtigste Rotfarbe für Uniformen), Cochenille (Schildlaus Dactylopius coccus, brillantes Karmin), Reseda/Wau (Reseda luteola, Gelb) und Färberwaid.
Naturfarben brauchen fast immer eine Beize (Alaun, Eisen, Kupfer, Zinn), die den Farbstoff im Textil verankert und den Farbton beeinflusst. Farbton-Reproduzierbarkeit und Waschechtheit sind schwächer als bei modernen Reaktivfarbstoffen, weshalb sie industriell nur in Nischen (Bio-Marken, Handwerk, kulturhistorische Restauration) genutzt werden. Seit den 2010er-Jahren gibt es ein deutliches Revival im Slow-Fashion- und Handwerkersegment.
- Indigo/Waid: Blau, Küpenfärbung mit Reduktion
- Krapp: Türkischrot, Alizarin-basiert, Alaun-Beize
- Cochenille: Karmin/Karminrot, Alaun- oder Zinn-Beize
- Reseda/Wau: Gelb, mit Krapp zu Orange, mit Indigo zu Grün kombinierbar
Eigenschaften
| Farbstoff-Herkunft | Pflanzen, Insekten, seltene Mineralien |
|---|---|
| Beize | Alaun, Eisen, Kupfer, Zinn |
| Waschechtheit | Meist geringer als bei Reaktivfarben |
| Anwendung heute | Öko-Mode, Handwerk, Restauration |
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Quellen & Referenzen
2- Wikipedia: Natural dye Wikipedia — Freie Enzyklopädie https://en.wikipedia.org/wiki/Natural_dye
- Wikipedia: Mordant Wikipedia — Freie Enzyklopädie https://en.wikipedia.org/wiki/Mordant