Reaktiv gefärbt
Auch bekannt als: Reaktivfärbung
Färbeverfahren, bei dem der Farbstoff eine kovalente chemische Bindung mit der Cellulose-Faser eingeht.
Beschreibung
Reaktiv gefärbt bezeichnet Textilien, deren Farbe durch Reaktivfarbstoffe erzeugt wurde. Diese Farbstoffe besitzen eine reaktive Ankergruppe (Mono- oder Dichlortriazin, Vinylsulfon), die unter alkalischen Bedingungen kovalent an die Hydroxylgruppen der Cellulose bindet. Das Ergebnis ist eine dauerhafte, chemisch fest verankerte Farbe mit hoher Wasch-, Reib- und Lichtechtheit. Reaktivfärbung ist heute die dominierende Färbetechnologie für Baumwolle und andere Cellulosefasern (Viskose, Modal, Lyocell).
Der Prozess läuft typischerweise bei 40-60 Grad ab (bei Cold-Dye auch kälter), unter Zusatz von Alkali (Soda) zur Aktivierung der Reaktion und Salz zur Erhöhung der Farbstoffaffinität. Nach der Reaktionsphase wird gründlich gespült, um hydrolysierten (nicht gebundenen) Farbstoff zu entfernen. Die Ausbeute liegt je nach Farbstoff und Verfahren bei 60-90 Prozent, der Rest belastet das Abwasser.
Vorteile: hohe Waschechtheit (Note 4-5 nach ISO 105-C06), brillante Farbtöne, große Farbpalette. Nachteile: hoher Salzgehalt im Abwasser (60-100 g Salz pro Liter), Farbstoff-Restmengen benötigen aufwendige Kläranlagenbehandlung. Moderne Ansätze arbeiten mit salzarmen Reaktivfarbstoffen wie Avitera SE (Huntsman), die den Wasser- und Salzverbrauch halbieren.
Eigenschaften
| Verfahren | Kovalente Farbstoff-Cellulose-Bindung |
|---|---|
| Ergebnis | Brillante, tiefsatte Farben |
| Farbechtheit | Sehr hoch (Wasch- und Reibnote 4-5) |
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Quellen & Referenzen
2- Wikipedia: Reaktivfarbstoff Wikipedia — Freie Enzyklopädie https://de.wikipedia.org/wiki/Reaktivfarbstoff
- Huntsman Avitera SE huntsman.com https://www.huntsman.com/products/textile-effects