Reaktivfärbung
Auch bekannt als: Reactive Dyeing, Kaltverweilverfahren, Cold-Pad-Batch
Färbeverfahren, bei dem der Farbstoff eine kovalente Bindung mit der Cellulose- oder Wollfaser eingeht und dadurch extrem waschecht wird.
Beschreibung
Die Reaktivfärbung wurde 1954 von Rattee und Stephen bei Imperial Chemical Industries entwickelt und ist heute das dominierende Verfahren für Baumwolle, Viskose und Lyocell. Reaktivfarbstoffe tragen reaktive Ankergruppen wie Monochlortriazin, Dichlortriazin oder Vinylsulfon, die unter alkalischen Bedingungen (Soda, Natronlauge) eine kovalente Bindung mit den Hydroxylgruppen der Cellulose bilden.
Das Verfahren läuft entweder als Ausziehfärbung im Jet (bei 40-80 Grad Celsius), als Kaltverweilverfahren (Cold-Pad-Batch, bei Raumtemperatur mit 12-24 Stunden Verweilzeit) oder als kontinuierliche Klotz-Dämpf-Färbung. Nach der Fixierung müssen nicht-reagierter Farbstoff und Hydrolyseprodukte gründlich ausgewaschen werden, was einen hohen Wasserverbrauch bedeutet.
Reaktivgefärbte Ware erreicht Wasch- und Reibechtheiten von Note 4-5 nach ISO 105. Die Farbpalette umfasst brillante Rot-, Gelb-, Blau- und Türkistöne, die mit anderen Farbstoffklassen nicht erreichbar sind. Nachteil sind der hohe Salzverbrauch (bis 80 g/L Natriumsulfat) und die aufwendige Abwasseraufbereitung.
- Kovalente Bindung an Cellulose oder Wolle
- Sehr gute Wasch- und Reibechtheit
- Brillante Farbtöne, breite Palette
- Hoher Wasser- und Salzverbrauch
Eigenschaften
| Chemie | Kovalente Bindung, alkalische Fixierung |
|---|---|
| Fasereignung | Baumwolle, Viskose, Lyocell, Wolle |
| Echtheit | Wasch- und Reibechtheit 4-5 |
| Umweltprofil | Hoher Wasser- und Salzverbrauch |
| Optik | Brillante, gedeckte oder Pastelltöne |
Passende Produktkategorien
Quellen & Referenzen
1- Wikipedia: Reaktivfarbstoff Wikipedia — Freie Enzyklopädie https://de.wikipedia.org/wiki/Reaktivfarbstoff